Bolschoi

Am 28. März 1776 gewährte Katharina II. dem Ankläger Fürst Pjotr Urusow das “Privileg”, Theateraufführungen aller Art für einen Zeitraum von zehn Jahren aufrechtzuerhalten. Dazu gehörten Maskeraden, Bälle und andere Formen der Unterhaltung. Ab diesem Zeitpunkt begann die Geschichte des  Moskauer Bolschoi-Theater. Das Gebäude, das seit vielen Jahren als eine der Hauptsehenswürdigkeiten Moskaus gilt, wurde am 20. Oktober 1856, am Tag der Krönung von Zar Alexander II. eröffnet.

Am 29. Oktober 2002 erhielt das Bolschoi eine neue Bühne, auf der es seine Aufführungen präsentierte. Das Wiederaufbauprojekt dauerte vom 1. Juli 2005 bis zum 28. Oktober 2011. Als Ergebnis dieser Rekonstruktion wurden viele verloren gegangene Merkmale des historischen Gebäudes wiederhergestellt. Gleichzeitig hat es sich in die Reihe der am besten technisch ausgestatteten Theatergebäude der Welt eingereiht.

Seitdem ist das Bolschoi-Theater ein Wahrzeichen Russlands. Diese Ehre wurde ihm aufgrund seines bedeutenden Beitrags zur Geschichte der russischen darstellenden Künste zuteil. Diese Geschichte ist ununterbrochen, und die Künstler des Bolschoi-Theaters tragen auch heute noch viele leuchtende Facetten dazu bei.

Bolschoi Ballett

Bolschoi-Ballett (russisch: “Großes Ballett”) ist die führende Ballettkompanie Russlands. Sie ist berühmt für aufwendig inszenierte Produktionen der Klassiker und Kinderballette, die die Traditionen des klassischen Tanzes des 19. Jahrhunderts weitertragen. Des Weiteren erhielt das Bolschoi-Ballett diesen Namen 1825, als das neue Bolschoi-Theater in Moskau die Ballettkompanie seines 1776 gegründeten Vorgängers, des Petrovsky-Theaters, übernahm. Der Stil der Kompanie, später “der Moskauer Stil” genannt, entwickelte sich allmählich. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er von russischer Folklore beeinflusst und spontaner ist als der traditionelle Stil. Hinzuzufügen ist, dass er heute sogar das Markenzeichen der St. Petersburger Kompanien ist.

Während des gesamten 19. Jahrhunderts führten so prominente Choreografen wie Marius Petipa, Carlo Blasis und Arthur Saint-Léon Inszenierungen am Bolschoi-Theater auf. Nach einer Periode des Niedergangs gegen Ende des 19. Jahrhunderts, wurde Aleksandr Gorsky 1900 zum Maître de Ballet ernannt. Er also prägte erneut eine erstklassige Kompanie und führte den Realismus in Bühnenbild und Kostüm ein, der seither die Inszenierungen der Gruppe prägt. In den 1960er Jahren gehörte das Bolschoi-Ballett zu den führenden Ballettkompanien der Welt. Juri Grigorowitsch war von 1964 bis 1995 künstlerischer Leiter der Kompanie. Zudem ist die Ballettschule des Bolschoi-Balletts seit 1961 offiziell als Moskauer Akademische Choreographische Schule bekannt.